Unternehmen stellen Führungskräfte heute für ihre sozialen Fähigkeiten ein. Und sie haben keine verlässliche Methode, sie zu messen.
Das ist die unbequeme Wendung in der Harvard-Studie, über die ich geschrieben habe. Sadun, Fuller, Hansen und Neal haben fast 5.000 Stellenbeschreibungen analysiert. Zuhören, Selbstwahrnehmung und das Gespür dafür, was andere denken und fühlen, stehen inzwischen über Finanz- und Fachexpertise.
Aber wie testet man Zuhören in einem Bewerbungsgespräch? Meistens gar nicht. Deshalb empfehlen die Autoren, Führungskräfte selbst zu entwickeln, statt zu hoffen, die Fähigkeit einkaufen zu können.
Was das für Sie heißt, wenn Sie in einer Zweitsprache führen
Niemand wird Ihre sozialen Fähigkeiten objektiv messen. Man beurteilt sie danach, was man im Meeting sieht. Auf Englisch.
Wer auf Deutsch schnell, warm und überzeugend ist, kann auf Englisch vorsichtig und flach wirken. Und beurteilt wird die flache Version.
Was Sie tun können
- Bemerken Sie, wo Ihr Englisch leise wird: Small Talk, Widerspruch, Humor.
- Bereiten Sie genau diese Momente vor, nicht nur Ihre Folien.
- Holen Sie sich Feedback von jemandem, der Sie in Ihrer eigenen Sprache gehört hat.
Die Lücke ist trainierbar. Sie wird nur selten trainiert.
Quellen: Sadun, Fuller, Hansen & Neal, „The C-Suite Skills That Matter Most“, Harvard Business Review (Juli–August 2022)